15. September 2025
Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, was sie essen – BEA Hessen setzt sich für eine gentechnikfreie ökologische und konventionelle Landwirtschaft ein
Am heutigen Montag beginnen die diesjährigen Aktionswochen für gentechnik-freies Essen. Die Aktionswochen zeigen: Es gibt eine starke Bewegung, die sich für Wahlfreiheit, Transparenz und eine zukunftsfähige, gentechnikfreie Landwirtschaft in Deutschland und Europa einsetzt. Das Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende in Hessen (BEA Hessen) ist Teil dieser Bewegung und trägt die Aktionswochen aktiv mit. Denn: Gentechnik schafft neue Abhängigkeiten durch Patente auf Saatgut, Pflanzen und Lebensmittel, birgt Risiken für die Umwelt und fördert ein Agrar- und Ernährungssystem, das unsere Lebensgrundlagen gefährdet.
Hintergrund: Die Debatte um die künftige Regelung der Gentechnik in Europa ist in vollem Gange. Dabei geht es um die Regelung für die Anwendung neuen genomischen Züchtungstechniken (NGT), wie z. B. CRISPR/Cas. Der aktuelle Regulierungsvorschlag sieht die Einteilung der durch die NGTs erzeugten Pflanzen in zwei Kategorien vor: eine ohne und eine mit Zulassungsverfahren. Demnach würde der Großteil aller NGT-Pflanzen in die erste Kategorie fallen und damit weder auf Risiken geprüft noch am Endprodukt gekennzeichnet werden. Das hessische Landwirtschaftsministerium fordert sogar die Zulassung von NGT-Pflanzen im Ökolandbau.
Susanne von Münchhausen (Netzwerk der hessischen Ernährungsräte) stellte vor diesem Hintergrund die große Bedeutung der Aktionswochen heraus: „Die bisherige Gesetzgebung in Europa zur Gentechnik hat sich bewährt und sorgt für Wahlfreiheit vom Acker bis auf den Teller. Für den Erhalt dieser Wahlfreiheit setzen wir uns mit voller Kraft ein! Denn wenn einmal ungekennzeichnetes Saatgut und Pflanzen im Umlauf sind, wird es nicht mehr möglich sein sich zukünftig sicher gentechnikfrei zu ernähren.“
Michael Rothkegel (BUND Hessen) führte weiter aus: „Für alle NGT-Pflanzen muss weiterhin das Vorsorgeprinzip gelten. Denn lebende und vermehrungsfähige Organismen lassen sich aus der Natur nicht mehr einfach entfernen. Daher sollten als Konsequenz des Vorsorgeprinzips gentechnisch veränderte Organismen erst dann in die Natur freigesetzt werden dürfen, wenn sie sorgfältig und kritisch geprüft wurden und langfristig mit einem Monitoring-Verfahren begleitet werden können.“
Tim Treis (Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e. V.) sagte mit Blick auf die Auswirkungen auf die ökologische Landwirtschaft: „Es ist völlig unklar, wie durch die vorgeschlagenen Regelungen eine Ko-Existenz von Bewirtschaftungs-formen mit und ohne Gentechnik funktionieren soll. Wir befürchten, dass dies auch der Hintergrund ist, warum das hessische Landwirtschaftsministerium auch die Zulassung von NGT im Ökolandbau fordert. Für uns ist jedoch klar: Um unsere Lebensmittelsysteme wirklich nachhaltig zu machen, müssen wir uns von vermeintlich einfachen, kurzfristigen Lösungen verabschieden. Damit steuern wir in die nächste Sackgasse von Abhängigkeiten und vergrößern die Instabilität unserer Agrar- und Ernährungssysteme.“
Oliver Diehl (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Hessen) ergänzte: „Wir fordern die Landesregierung auf, sich für uns Landwirte und Landwirtinnen einzusetzen und den aktuellen Vorschlag zur Regulierung neuer Gentechnik-Pflanzen abzulehnen. Denn es bedeutet das Aus von gentechnikfreier konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. Wir Bauern haben ein Recht auf gentechnikfreie Erzeugung!“
Mehr Informationen zu den Aktionswochen finden Sie unter www.aktionswochen-gentechnikfreies-essen.de/
Bei Fragen zu dieser Pressemeldung stehen für Rückfragen gern bereit:
Tim Treis, Sprecher der VÖL, Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e. V. (tim.treis@voel.de)
Dr. Susanne v. Münchhausen, Sprecherin des Ernährungsrates Frankfurt/M und Mitglied des erweiterten Vorstandes von BIONALES e. V. (s.vonmuenchhausen@ernaehrungsrat-frankfurt.de)
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