29. September 2023

Hessische Landwirtschaftspolitik weitergedacht

Guter Austausch und spannende Diskussionen auf dem Hofgut Habitzheim in Otzberg

Gestern fand auf dem Hofgut Habitzheim das politische Hofgespräch „Landwirtschaft in Hessen –Jetzt und nach der Landtagswahl“ statt. Mehr als 40 Personen waren der Einladung der hessischen Allianz für die Agrar- und Ernährungswende gefolgt. Susanne von Münchhausen (Sprecherin des Ernährungsrates Frankfurt/Main) führte durch den Abend und diskutierte mit Vertretern der hessischen Parteien Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke, FDP und SPD.

Zum Auftakt der Veranstaltung hielt Prof. Colette Vogeler vom Lehrstuhl für Vergleichende Verwaltungswissenschaft und Policy-Analyse der Universität Speyer einen einführenden Vortrag. Dabei stellte sie heraus, dass viele aktuelle Herausforderungen, wie z.B. die Nitratbelastung des Grundwassers, nur gelöst werden können, wenn verschiedene Fachbereich zusammenarbeiten. „Nachhaltige Lösungen brauchen ein Denken über verschiedene Bereiche hinweg.“ sagte Vogeler. „Ein gemeinsames Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt fördert dies.“ so Vogeler weiter, „Ansonsten ist die Etablierung von sektorübergreifenden Foren für einen regelmäßigen Austausch anzuraten.“

Auf dem Podium diskutierten dazu im Anschluss Hans-Jürgen Müller (Bündnis 90/Die Grünen), Anton Stortchilov (Die Linke), Thomas Schäfer (FDP) und Gernot Grumbach (SPD). Für Herrn Müller war klar, dass Umwelt- und Naturschutz so eng mit der Landwirtschaft verknüpft sind, dass diese Bereiche auch in einem Ministerium zugefasst sein müssen. Gernot Grumbach sprach sich hingegen dafür aus, ein Ministerium für den ländlichen Raum zu schaffen, in neben der Landwirtschaft u.a. auch die Bereiche Verkehr und Dorfentwicklung zu verorten sind. Thomas Schäfer sagte dazu, dass sich die FDP Hessen für die Schaffung eines eigenständigen Ministeriums ausspricht, da der Bereich der Landwirtschaft in den letzten Jahren unter dem Thema Umwelt gelitten habe.

Nach dem Austausch auf dem Podium wurde an vier Thementischen weiter diskutiert. Intensiver Austausch fand so u.a. zur Stärkung von regionalen Wertschöpfungsketten, dem Aufbau und Erhalt von Verarbeitungsstrukturen und der Förderpolitik in Hessen statt.

Tim Treis, Sprecher der VÖL Hessen, zog am Ende des Abends ein positives Fazit: „Es hat sich wieder gezeigt, wie wichtig es ist miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir haben uns heute intensiv mit dem Thema „Ressortzuschnitt in Hessen“ befasst, der aus unserer Sicht unverändert bestehen bleiben soll. Aber wie auch immer es nach der Wahl kommt: Oberste Priorität hat, dass die drängenden Herausforderungen unserer Zeit, wie z. B. der Klimawandel, mit aller Kraft angegangen werden, damit auch die kommenden Generationen gut Landwirtschaften können.“

Die Pressemitteilung der hessischen Allianz für die Agrar- und Ernährungswende können Sie hier herunterladen.

Weitere Beiträge

Patente auf Pflanzen schränken Vielfalt ein – eine Gefahr für Ernährungssicherheit und Klima

Patente auf Pflanzen beschneiden die Züchtungsfreiheit und gefährden auf lange Sicht die Ernährungssicherheit. Das Hessische Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende (BEA) begrüßt daher ausdrücklich den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der heute am 25. September 2025 im Landtag diskutiert wird...

Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, was sie essen

Am heutigen Montag beginnen die diesjährigen Aktionswochen für gentechnik-freies Essen. Die Aktionswochen zeigen: Es gibt eine starke Bewegung, die sich für Wahlfreiheit, Transparenz und eine zukunftsfähige, gentechnikfreie Landwirtschaft in Deutschland und Europa einsetzt. Das Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende in Hessen (BEA Hessen) ist Teil dieser Bewegung und trägt die Aktionswochen aktiv mit...

Aktionswochen für gentechnikfreies Essen vom 15. – 27. September 2025

Vom 15. bis 27. September 2025 finden die zweiten bundesweiten Aktionswochen für gentechnikfreies Essen statt – organisiert von einem breiten Bündnis aus Land- und Lebensmittelwirtschaft, sowie Umweltschutzorganisationen. Bereits 2024 forderte das Bündnis unter dem Motto „Keine Gentechnik auf unseren Äckern und Tellern“ unter anderem klare Koexistenzregelungen..