01. Juli 2026

Was ein Blick in den Boden zeigt

Mit Spaten, Gießkannen und einem Infrarotthermometer ausgestattet ging es für Landwirtschaftsminister Ingmar Jung heute im Rahmen seiner Sommertour auf die Äcker von Öko-Landwirt Peter Arndt. Ein Blick in den Boden zeigte dort: Ökologische Landwirtschaft leistet viel für die Gesellschaft. Neben der Produktion von Lebensmitteln fördert der vielfältig gestaltete Anbau die Bodenfruchtbarkeit, die Grundwasserbildung und die regionale Kreislaufwirtschaft.

„Wir wirtschaften nun seit acht Jahren ökologisch auf all unseren Flächen und ich kann sagen: Nicht nur der Blick in den Boden zeigt deutlich, dass wir damit eine gute Entscheidung getroffen haben.“ sagte Betriebsleiter Peter Arndt. „Gerade in der aktuellen Zeit, mit stark schwankenden Energiepreisen, ist unser Fokus auf eine regionale Kreislaufwirtschaft auch ein wichtiger Baustein für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Betriebs. Der Anbau von Kleegras und eine vielfältige Fruchtfolge, die wir kontinuierlich an die Klimaveränderungen anpassen, sind dabei zentral.“

Der Hof Capelle bewirtschaftet insgesamt ca. 225 ha Ackerland und 40 ha Grünland nach den Naturland-Richtlinien. In der Fruchtfolge werden Kleegras, Ackerbohnen, Mais, Dinkel, Hafer, Weizen, Buchweizen, Wintergerste, Lupinen und Winterraps angebaut. In Kooperation mit zwei Ökobetrieben wird zudem eine Biogasanlage betrieben, die Strom und Wärme für das Dorf Mölln, eine Schule, ein Hallenbad und eine Scheitholztrocknung erzeugt. Als Mitglied des hessischen Praxisforschungsnetzwerks ist der Betrieb auch bei der Entwicklung innovativer Anbausysteme aktiv.

Begleitet wurde der Minister u. a. von Tim Treis, Sprecher der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL Hessen), sowie dem Team des Praxisforschungsnetzwerk Hessen. Tim Treis betonte:

„Der ökologische Landbau verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Perspektive, stärkt ländliche Räume und liefert Innovationen für das gesamte Agrarsystem. Dabei setzt der Ökolandbau auf regionale Nährstoffkreisläufe und steht damit für gelebte Regionalität vom Saatgut und Dünger bis hin zu den erzeugten Produkten. Gesellschaftlich gewünschte Leistungen wie Grundwasserschutz, Förderung der Biodiversität und Klimaschutz sind systemimmanent. So trägt der Ökolandbau zur Stärkung der hessischen Landwirtschaft bei und erhöht ihre Resilienz.“

Zum Abschluss des Hofbesuchs wartete noch ein besonderer Glücksbringer auf den Minister. „900 kg Glück“ war auf einem Kleegrasballen zu lesen. An Minister Jung gerichtet sagte Peter Arndt: „Kleegrasanbau ist für den Boden und die Landwirtschaft ein echter Glücksbringer. Im Interesse aller Hessinnen und Hessen sollte davon mehr angebaut werden. Wir zählen dabei auf Ihre Unterstützung!“

Hinweis: Die VÖL Hessen hat im Februar dieses Jahres das „10-Punkte-Papier für eine resiliente hessische Landwirtschaft“ vorgelegt. Das Papier enthält Vorschläge zur Stärkung der hessischen Landwirtschaft sowie zur Förderung des Ökolandbaus in Hessen und kann auf der Website der VÖL Hessen (https://www.voel-hessen.de) eingesehen werden.

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