25. September 2025

Patente auf Pflanzen schränken Vielfalt ein – eine Gefahr für Ernährungssicherheit und Klima

Patente auf Pflanzen beschneiden die Züchtungsfreiheit und gefährden auf lange Sicht die Ernährungssicherheit. Das Hessische Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende (BEA) begrüßt daher ausdrücklich den Antrag „Patente auf Pflanzen verhindern – Züchtungsfreiheit in Hessen sichern“ der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der heute am 25. September 2025 im Landtag diskutiert wird.

Die Züchtung neuer Pflanzensorten ist unverzichtbar, um die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen und die genetische Vielfalt von Pflanzen zu erhalten. Patente erschweren jedoch diesen Fortschritt: Sie verursachen zusätzliche Kosten durch Lizenzgebühren und schaffen rechtliche Unsicherheit. Insbesondere kleinere und mittelständische Zuchtbetriebe sind betroffen. Ihnen fehlt somit oft der finanzielle und rechtliche Spielraum, um auf patentiertes genetisches Material wie Saatgut zuzugreifen und Zuchtfortschritte zu erreichen.

Tim Treis, BEA-Sprecher: „Patente behindern die Züchtungsforschung, erschweren die Entwicklung neuer Sorten und schaffen ein undurchdringliches ‚Patent-Dickicht‘. Das gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch unsere Ernährungssicherheit. Angesichts des immer größeren Artensterbens und der Klimakrise brauchen wir dringend weitere Fortschritte in der Pflanzenzucht, für die der freie Zugang zu den genetischen Ressourcen unverzichtbar ist.“

Das BEA warnt zudem vor weiteren Folgen der Patentierungspraxis. Sie könnte den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen vorantreiben. Dies schafft häufig neue Abhängigkeiten z.B. beim Bezug von Saatgut, birgt Risiken für die Umwelt durch eine Begünstigung von Monokulturen und fördert somit ein Agrar- und Ernährungssystem, das unsere Lebensgrundlagen gefährdet.

Über BEA:

Am 15. Juni 2022 gründeten der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND Hessen), der NABU Hessen, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), die Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), und das Netzwerk der hessischen Ernährungsräte mit dem Verein BIONALES – Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung sowie SlowFood und weitere Agrar- und Ernährungsinitiativen die „Hessische Allianz für die Agrar- und Ernährungswende“. Diese hat sich Anfang 2024 in „Hessisches Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende“ (BEA Hessen) umbenannt.

Die Organisationen setzen sich für eine ökologisch bzw. umfassend nachhaltig ausgerichtete Landwirtschaft sowie eine gute und nachhaltige Ernährung ein. Das Engagement des Bündnisses richtet sich an Politiker*innen, den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und die

Verbraucher*innen in Hessen. Ziel ist es, auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam zu machen und ein konsequentes, gemeinsames Handeln einzufordern. Denn das ist dringend erforderlich, um eine ökologisch und sozial ausgerichtete Landbewirtschaftung mit ihren regionalen Wertschöpfungsketten zu stärken. Nur wenn alle Verantwortlichen jetzt (endlich) aktiv werden, lassen sich unsere natürlichen Lebensgrundlagen langfristig schützen!

Weitere Informationen:

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