29. Januar 2023

Langzeitstudie zu Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus vorgestellt –

Technische Universität München berechnet 1,5 Mrd € an Einsparungen bei Umweltschäden durch den Ökolandbau –

Zum gestrigen Sonntag endete die 87. Internationale Grüne Woche in Berlin, die auch aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Landnutzung eine Bühne bot. In diesem Rahmen wurden auch die Ergebnisse der Langzeitstudie „Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus“ der Technischen Universität München (TUM) vorgestellt. Zentrales Ergebnis: Ökologische Landwirtschaft vermeidet jährlich 750 bis 800 Euro je Hektar an Klimafolgekosten. So erspart die aktuelle Öko-Fläche in Deutschland Umweltschäden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Die TUM analysierte im Rahmen der Studie die Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus im Vergleich zum konventionellen Landbau. Verglichen wurden dafür Untersuchungsergebnisse die über 10 Jahre im deutschlandweiten Netzwerk von Pilotbetrieben – und zwar aus 40 Biohöfen sowie 40 konventionellen Höfen – gesammelt wurden. Durch die Studie konnte belegt werden: Grund für die besser Klimawirkung des Ökolandbaus sind eine höhere Stickstoffeffizienz, die Nicht-Nutzung von mineralischem Stickstoffdünger und mehr Humusaufbau bei der Bio-Bewirtschaftung gegenüber dem konventionellen Landbau.

Tim Treis, Sprecher der VÖL Hessen, sagte dazu: „Die vorgestellten Zahlen zu den Leistungen des Ökolandbaus im Bereich Klima und Umwelt bestätigen die Position der VÖL: Der Ökolandbau ist ein echtes Klimapaket! Und der Ökolandbau kann noch mehr: Beispielhaft sind hier der Schutz und die Förderung der Biodiversität zu nennen. Deshalb ist für uns klar: Wir brauchen mehr Ökolandbau – In Hessen wie in Deutschland! Die schwarz-grüne hessische Landesregierung hat sich zu Beginn der Legislaturperiode mit der Auslobung des 25/25 Ziels* auf einen guten Weg gemacht. Diesen Weg gilt es weiter konsequent zu beschreiten und fortzuschreiben.“

Auch auf Bundesebene bekam die Vorstellung der Studienergebnisse eine hohe Aufmerksamkeit (auch der Spiegel berichtete **). Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), sagte: „Die Zahlen zeigen das massive Marktversagen bei der Nutzung von Umweltgütern. Aktuell können die Produzenten, die die Umwelt schädigen, das billigste Produkt auf den Markt bringen, weil die Folgekosten vergesellschaftet werden. Die Erzeuger und Produzenten, wie Bio-Bäuerinnen und -Bauern, die vernünftig wirtschaften und Gemeinwohlgüter schützen, werden am Markt schlechter gestellt. Es ist notwendig, dass die Bundesregierung für einen fairen Wettbewerb sorgt und diejenigen entlastet, die Gemeinwohlgüter wie das Klima entlasten. Ein Beitrag dazu ist die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bio-Produkte.“

Tim Treis ergänzt „Wir fordern die Zuständigen in Politik und Wissenschaft auf, den Ökolandbau zudem durch mehr Forschung und gezielte Förderung zu stärken. Derzeit fließen nur 2 % der Forschungsgelder in den Ökolandbau. Wir fordern für Hessen zudem: 30 % Ökolandbau bis 2030! Dabei gilt es die 30 % Zielgröße, auch für die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung von ökologischen Erzeugnissen, die Öko Beratung und die Aus- und Weiterbildung rund um den ökologischen Landbau setzen.“

* In Hessen soll die Ökoanbaufläche bis zum Jahr 2025 auf 25 Prozent ausgeweitet werden.

** siehe Artikel

https://www.spiegel.de/wirtschaft/studie-oeko-landbau-spart-milliarden-an-folgekosten

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