12. Januar 2026

Erfolgreiche Eröffnung der 78. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen

Heute wurde die 78. Landwirtschaftliche Woche Nordhessen in der Stadthalle Baunatal eröffnet. Neben dem hessischen Landwirtschaftsminister Ingmar Jung sprachen auch die Para Dressurreiterin Angelika Trabert und Landwirt Christoph Rothaupt zum diesjährigen Hauptthema „Resilienz“.

„Die Stärkung der Resilienz unserer hessischen Landwirtinnen und Landwirte ist ein ausgesprochen wichtiges Thema“ sagte Tim Treis, Geschäftsführer der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e. V. (VÖL Hessen). 

 

Tim Treis sagte weiter: „Schaut man auf Zahlen stellt man fest: Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, leiden stärker unter psychischen Belastungen als andere Berufsgruppen. Das zeigen Umfragen und Studien. Demnach ist etwa jeder vierte Landwirt vom Burn-out bedroht. Daher bin ich froh, Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken und ins Gespräch zu kommen. Und ich freue mich auch sehr, dass der Minister und weitere Vertreter der Landesregierung vor Ort sind, um auch diesem Aspekt der Landwirtschaft, der häufig ausgeblendet wird, Aufmerksamkeit zu schenken.“

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, belastende Lebensumstände zu bewältigen und mit Krisen umzugehen. Vor diesem Hintergrund hat die VÖL Hessen gemeinsam mit dem Fachausschuss ökologischer Landbau im Kuratorium des LLH das Nachmittagsprogramm unter dem Titel „Resilienz in der Landwirtschaft − Wege aus Belastung und Krise“ gestaltet.

Spannende Vorträge sowie eine Gesprächsrunde mit hessischen Landwirten und Landwirtinnen boten den Besucherinnen und Besuchern vielseitige Möglichkeiten in Austausch zu kommen und sich z.B. zu Unterstützungsangeboten des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen zu informieren.

Die Angebote des LLH beginnen weit vor der Krise und bereiten Menschen und Betriebe strategisch auf mögliche Risiken vor, beispielsweise durch eine weite Fruchtfolge oder Einkommensdiversifizierung. In akuten Belastungssituationen stehen sozioökonomische Beratung und Angebote zur Mediation zur Verfügung. Um das gesamte Spektrum der Krisen abzubilden, kooperieren hier verschiedene Fachgebiete innerhalb des LLH mit verschiedenen externen Kooperationspartnern wie Familie und Betrieb oder der SVLFG.

Tim Treis fasste zusammen: „Es hat mich sehr bewegt heute im Gespräch von Landwirtinnen und Landwirten zu erfahren, wie Sie persönliche und betriebliche Krisen gemeistert haben. Gemeinsam konnten wir feststellen: Die Herausforderungen sind aktuell aufgrund des Klimawandels und der politischen Entscheidungen auf EU- und Bundesebene sehr groß.  Da ist es wichtig sich bewusst zu machen: Viele betriebliche Entwicklungen unterliegen nicht direkt dem Einflussbereich der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter. Gerade dann ist es umso wichtiger, die Bereiche, in denen Einflussmöglichkeiten bestehen, zu fördern. Die Qualifizierung der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter und ihre mentale und körperliche Gesundheit sind ebenso wichtige Elemente des Betriebserfolges. Wichtig ist auch, dass wir in der Landwirtschaft offen zu Belastung bzw. Überbelastung sprechen. Denn gerade in dieser Branche ist das Sprechen über seelische Leiden bisher fast ein Tabu – aus Angst vor Ausgrenzung und Statusverlust. Heute hat sich gezeigt: Es ist an der Zeit das zu ändern.“

Diese Pressemitteilung können Sie hier als pdf herunterladen

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