22. Mai 2025

Zur Sicherung der Artenvielfalt: Ökolandbau fördern und Gentechnik strikt regulieren!

Seit dem Jahr 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem das internationale Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt von 168 Staaten – darunter Deutschland – angenommen wurde. Zentrale Ziele des Übereinkommens sind der Schutz der biologischen Vielfalt sowie der Erhalt der genetischen Vielfalt.

VÖL Hessen fordert: Zur Sicherung der Artenvielfalt Gentechnik strikt regulieren!

Zur Bewahrung der biologischen Vielfalt fordert die VÖL Hessen, Gentechnik auch weiterhin zu regulieren. „Wenn Pflanzen aus neuer Gentechnik praktisch uneingeschränkt auf die Felder gelangen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit zu Auskreuzungen mit verwandten Kultur- und Wildarten kommen. Dass dies unerwünschte ökologische Auswirkungen auf Populationen und Ökosysteme haben könnte, ist unbestritten“, so die Gesellschaft für Ökologie (GfÖ).

Die Hessische Landesregierung setzt sich aktuell hingegen für den Verzicht auf eine Risikoprüfung, die Abschaffung der Kennzeichnungspflicht und die Freigabe genetisch veränderter Pflanzen auch im Ökolandbau ein.

„Damit setzt sich der hessische Landwirtschaftsminister Ingmar Jung faktisch für die Abschaffung der Wahlfreiheit ein“, so Marcus Nürnberger, Vorstand der VÖL Hessen. „Ohne praktikable Koexistenzregeln werden Landwirtinnen und Landwirte nicht die Möglichkeit haben, sicher gentechnikfreie Lebensmittel zu produzieren. Verbraucherinnen und Verbraucher werden zudem ihrer Wahlmöglichkeit beraubt, obwohl gentechnikfreien Produkten besonderes Vertrauen entgegengebracht wird. Allein im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 17,1 Milliarden Euro für Lebensmittel mit dem Label ‚Ohne Gentechnik‘ ausgegeben.“

Die VÖL Hessen fordert daher die strikte Regulierung – auch der neuen Gentechniken – unter dem bestehenden EU-Gentechnikrecht. Nur so können alle Betriebe, ob ökologisch oder konventionell, ihr Recht auf gentechnikfreie Erzeugung behalten und alle Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin frei wählen, was bei ihnen auf den Tisch kommt.

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