28. Mai 2024

Spatenstich für mehr Agroforst auf Bundesebene

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir besucht Biolandhof Werragut

Am 28. Mai besuchte der Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir das Agroforstsystem auf dem Biolandhof Werragut. Dieses vom Regenerative und Soziale Landwirtschaft e.V. (ReSoLa e.V.) im Jahr 2021 auf 12 Hektar angelegte Projekt geht neue Wege in der Landbewirtschaftung: Es dient nicht nur der Forschung, dem Lernen und Lehren, sondern auch als Leuchtturmprojekt in der für zukunftsweisende Landwirtschaft.

Bundesminister Özdemir wurde von Junglandwirt Julius Nennewitz und einem breiten Spektrum an AkteurInnen aus Landespolitik, Naturschutz, Landwirtschaft, Verbände wie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen, dem Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft e.V. (DeFAF e.V.), der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Kirche empfangen. Der Zusammenschluss aus über 30 VertreterInnen unterschiedlicher Organisationen unterstrich das große Interesse an der Agroforstwirtschaft und verdeutlichte – trotz verschiedener Perspektiven – erneut den gemeinsamen Standpunkt zur Agroforstwirtschaft in Deutschland: Agroforst ist ein verbindendes Glied zwischen  Umwelt-, Natur-, Gewässer- und Klimaschutz bei gleichzeitiger Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

VertreterInnen aus Praxis, Beratung, Forschung, Verwaltung, den Verbänden, betonten die Dringlichkeit einer praxistauglichen Förderung. Minister Özdemir nahm die Hinweise aus der Praxis wohlwollend entgegen und sicherte seine Unterstützung zu.

Trotz der zahlreichen Vorteile stehen Agroforstsysteme vor rechtlichen Unsicherheiten und unzureichender Förderung, die ihre breite Umsetzung behindern. Um Agroforstsysteme flächendeckend zu etablieren, sind folgende Maßnahmen notwendig und wurden deshalb dem Bundesminister Özdemir überreicht.

  1. Investitionsförderung: Unbürokratisch und kostendeckend in allen Bundesländern
  2. Förderhöhe Öko-Regelung 3 (Beibehaltung Agroforst): steigern auf 600 €/ha Gehölzfläche
  3. Ausgestaltung Öko-Regelung 3: Hürden senken durch praxistaugliche Abstände und Kombinationen mit anderen Öko-Regelungen

Tim Treis, Sprecher der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen, sagte nach der Veranstaltung: „Für die entsprechende Anpassung der Rahmenbedingung auf Landesebene zur Schaffung neuer Agroforstsysteme wird sich die VÖL in Hessen einsetzen. Dies wird auf Basis der Analyse „Agroforst jetzt“ geschehen, die unsere Mitgliedsverbände mit unterzeichnet haben. Hier auf dem Werragut konnte heute gezeigt werden: aus gutem Grund.“

Weitere Beiträge

Vorsorgeprinzip ausgehebelt, Wahlfreiheit genommen und kein Verbot von Patenten auf Saatgut

Heute Morgen wurde das Ergebnis der Trilogverhandlungen zwischen EU-Kommission, Rat und Europaparlament zur Regulierung der Neuen Gentechnik (NGT) bekannt. Zentrale Punkte sind die Zulassung von Patenten und ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ohne umfassende Risikobewertung für Umwelt und Gesundheit für NGT-veränderte Pflanzen.

Stromtrassen-Ausbau: Erleichterungen für Öko-Betriebe erreicht

Der Ausbau der großen Stromtrassen SuedLink und Rhein/Main-Link bringt für viele landwirtschaftliche Betriebe erhebliche Eingriffe in den Boden mit sich. Die Erdkabel werden in einer Tiefe von rund 1,5 Metern verlegt, der dazugehörige Schutzstreifen ist je nach Abschnitt zwischen 8 und 22 Meter breit. Dadurch kommt es zu umfangreichen Erdarbeiten, die auch langfristige Auswirkungen auf die Bewirtschaftung haben können.

Reform des Düngerechts ist gefragt – Rechtssicherheit schaffen und Verursacherprinzip stärken

Nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, dass die bundesrechtliche Ermächtigungsgrundlage der Düngeverordnung mangels hinreichender Regelungsdichte nicht den verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht, ist nun klar: Die bisherige Rechtsgrundlage im Bereich der Düngung reicht nicht aus...