06. April 2022

Das Netzwerk Ökolandbau und Kompost in Hessen startet durch

Pressemitteilung der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen anlässlich des 33. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum

Zum heutigen Auftakt des 33. Kasseler Abfall- und Ressourcenform präsentierte sich das Netzwerk „Ökolandbau und Kompost in Hessen“ (NÖK) erstmals der Öffentlichkeit. Tim Treis, der Sprecher der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e.V. (VÖL), war begeistert von diesem ersten Auftritt:

„Mit dem Witzenhausen Institut und dem Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft (ISA) arbeiten wir, die VÖL, schon lange und intensiv zusammen. Und das aus gutem Grund, wie der erste öffentliche Auftritt im Praxisforum Kompost heute zum NÖK gezeigt hat: Gemeinsam können wir Lösungen für den Ökolandbau in Hessen entwickeln, die in der Praxis umsetzbar und dringend gefragt sind. Konkret heißt das in diesem Zusammenhang: Eine effektive gemeinsame Arbeitsplattform von Ökolandbau und Kompostwirtschaft in Hessen zu entwickeln.“

Hintergrund: In einem ersten Kooperationsprojekt der drei hessischen Akteure wurde unter dem Titel „Ökokompostprojekt“ mittels eines regionalisierten Stoffstrommodells untersucht, welche Nährstoffe in Hessen durch die Erzeugung ökologischer Lebensmittel auf landwirtschaftlichen Betrieben entzogen werden und wie diese Defizite durch Ökokompost ausgeglichen werden können. Konkrete Bedarfe und Lösungsmöglichkeiten wurden dabei ermittelt. Aufbauend auf diesen Ergebnissen startet nun das NÖK, dessen Ziel der Ausbau des Komposteinsatzes auf hessischen Ökobetrieben ist.

Eine maßgebliche Unterstützung leistet dabei das Land Hessen, dass das Projekt mit 690.000 € im Rahmen des hessischen Ökoaktionsplans fördert. Als erstes Bundesland unterstützt Hessen damit den strukturierten Aufbau eines Netzwerks von Ökolandbau und Kompostwirtschaft. Vor dem Hintergrund nachgewiesener, negativer Bilanzen an Pflanzennährstoffen in Bereichen des Ökolandbaus sind Komposte und andere Sekundärrohstoffdünger wesentliche Grundlage für den angestrebten weiteren deutlichen Ausbau des Ökolandbaus. Zusätzlich eröffnen sich der Kompostwirtschaft attraktive Vermarktungswege in einem neuen Segment.

Tim Treis: „Wir danken dem Land Hessen für die finanzielle Unterstützung des NÖK . Für die Verbände des Ökolandbaus ist der Aufbau des Netzwerks „Ökolandbau und Kompost in Hessen“ ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung. Wir setzen uns dafür ein, dass weitere Schritte in diese Richtung folgen werden. Insbesondere der Ukraine-Krieg und die zu befürchtenden Folgen für die weltweite Lebensmittelversorgung zeigen uns, dass wir dringend resilienter Nahrungsmittelerzeugungssystem entwickeln müssen. Und dazu zählt auch, durch die Nutzung von Kompost unabhängiger von Düngemittelimporten, z.B. aus Russland, zu werden. Man könnte in diesem Zusammenhang auch sagen, Ökokomposte sind Freiheitsdünger.“

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